Die Videokassettenformate

Welche Formate von Videokassetten gibt es? Die Anzahl ist riesig. Gerne möchten wir Ihnen eine Auswahl der zehn gängigsten und bekanntesten Filmformate an die Hand geben. Sie alle wurden hergestellt, um Amateuraufnahmen zu ermöglichen. Die Unterschiede zwischen VHS-, VHS-C- und S-VHS-C-Kassetten erklären wir Ihnen hier.

Das Format U-Matic wurde im Jahr 1968 in Japan erfunden und gilt als einer der Vorläufer der bekannten magnetischen Kassette. Das Format war für den normalen Endverbraucher gedacht, konnte sich aber auch im Profibereich etablieren. Interessanterweise waren die Banken die Hauptabnehmer. Die Kassette verfügt über einen rechten und einen linken Kanal. Der rechte dient den Daten für den PC; auf dem linken befindet sich der Ton. Die Aufnahmelänge der Kassetten war allerdings recht gering. Etwa 20 Jahre nach der Einführung wurde U-Matic weitgehend vom Format Betacam SP abgelöst.

Im Jahr 1975 kam es bei den Magnetbändern zu einer Revolution. Die Betamax-Kassetten wurden zu den häufigsten genutzten Kassetten für den Video- und Tonaufnahmebereich. Ihre zwei größten Vorteile: Die Vervielfältigung der Aufnahmen wurden deutlich vereinfacht. Denn die Betamax-Aufnahmen konnten einfach kopiert und auf einen neuen Datenträger gespielt werden. Zudem wiesen die Betamax-Kassetten eine bessere Farbtiefe als die Konkurrenz auf. Es gab allerdings auch einen entscheidenden Nachteil: Die Kassetten konnten nur im passenden Camcorder bzw. Rekorder aufgenommen und abgespielt werden. 

Im Jahr 1979 kam das Video2000-Format auf den Markt. Die Erfinder waren die Firmen Grundig und Phillips. Es handelt sich hier um eine Weiterentwicklung des bekannten VCR-Formats. Zu den Neuerungen gehörte zum Beispiel eine Optimierung der Tonqualität. Ferner waren die Spulen der Video2000-Kassetten innen angeordnet – eine deutlich einfachere Handhabung sowohl für Kenner als auch für Laien.

Ein weiterer Vorteil war die Länge der Aufnahmezeit. Da Video2000-Kassetten über den Longplay-Modus verfügen, beträgt die Dauer der Aufzeichnung bis zu 16 Stunden. 1985 wurde die Produktion dennoch eingestellt, da Sony und JVC bessere Produkte auf dem Markt etablieren konnten.

Mit dem Format VHS-C hat die Firma JVC die VHS-Kassette weiterentwickelt. Der Buchstabe „C“ steht dabei für „compact“. Das erklärt bereits den größten Unterschied zwischen beiden Formaten: VHS-C-Kassetten waren deutlich kleiner. Das Format wurde 1983 entwickelt und zusammen mit einem neuen Camcorder auf den Markt gebracht.

Im Vergleich zu anderen Kassettenherstellern hatte man hier den Vorteil, dass man trotz neuen Innovationen weiterhin die alten Geräte verwenden konnte und nicht jedes Mal eine neue Anschaffung notwendig war. Für die VHS-C-Kassetten gab es außerdem einen Adapter, mit dem man die Kassetten in einem normalen VHS-Rekorder verwenden konnte. Mit diesen Alternativlösungen erreichte der Hersteller sein Ziel: Er konnte alte Kunden behalten und neue Kunden gewinnen. Verwendung fand das VHS-C Format überwiegend im privaten Bereich.

Beim Hi8-Format handelt es sich um eine Abwandlung des Video8-Formats. Einer seiner größten Vorteile: Hi8 war mit anderen Herstellern kompatibel, sodass der Nutzer nicht an eine Marke gebunden war. Mit Videorekordern der Firma Sony konnten zum Beispiel auch Produkte der Marke TDK abgespielt werden. Für den Verbraucher war diese Innovation natürlich großartig, denn er musste kein Augenmerk auf die Kompatibilität seiner Produkte richten.

Auch die Aufnahmequalität war deutlich besser als die der Vorgänger VHS und Video8, da die Hersteller die Farb-, Helligkeits- und Tonsignale abgespalten hatten. Zudem hatten sie die Bandbreite vergrößert mit dem Ziel, dass die Helligkeit während der Aufnahme besser kompensiert werden konnte.

Auf der Rückseite besitzt die Hi8-Kassette ein Loch, das der Erkennung durch den Camcorder bzw. den Videorekorder dient. Wenn man eine Hi8-Kassette einlegt, ermittelt das Gerät anhand der Öffnung, um welche Kassette es sich handelt und schaltet automatisch in den passenden Abspielmodus.

Das Kürzel „VCR“ bedeutet „Video Cassette Recording“. Das Farbvideoformat auf Magnetbändern wurde 1971 von den bekannten Firmen Grundig und Philipps entwickelt. Es gilt als erstes Magnetband, das für die Endverbraucher gedacht war und kommerziell für Privathaushalte vertrieben wurde. Die Kassetten haben etwa die Größe einer CD, sind jedoch deutlich dicker. Die Bildqualität ist etwa vergleichbar mit der von Betamax und VHS, allerdings bei einer deutlich saubereren Farbwiedergabe.

Im Unterschied zu späteren Formaten lagen bei der VCR die zwei Spulen noch über- statt nebeneinander. Das brachte technische Schwierigkeiten mit sich: Die Laufwerke mussten ganz besonders präzise arbeiten; viele Rekorder bekamen schon nach kurzer Zeit mechanische Band-Transport-Probleme. Das war einer der Gründe dafür, warum das Format trotz seines guten Starts letztendlich nicht dauerhaft am Markt bestehen konnte.

Das Kürzel „VHS“ steht für „Video Home System“ – der weltweite Standard für Video- und Tonaufnahmen. Das Format wurde 1976 von JVC auf den Markt gebracht und in erster Linie von Endverbrauchern genutzt. Schnell etablierten sich die VHS-Kassetten als Marktführer und konnten diese Position trotz innovativer Entwicklungen der Konkurrenten problemlos halten. Abgelöst wurden sie erst von digitalen Kassetten.

Besonders auffällig ist, wie deutlich sich Ton- und Bildqualität durch die Digitalisierung verbessern. Das Home Video System ist daher für die Bearbeitung durch die Film-Retter bestens geeignet.

Die Firma Sony etablierte Betacam auf dem Markt. Es zählte zu den Sony Halbzoll-Videoformaten, zu denen auch Betacam SP, Digital Beta, Betacam SX und Kino & High Definition CAM gehören. Das Funktionsprinzip war identisch mit dem seines Vorgängers, der Betamax-Kassette.

Im Vergleich zu den VHS-Kassetten waren die Betacam-Kassetten kleiner, was sie besonders für den Privathaushalt attraktiv machte. Auch im Kino und für TV-Produktionen fanden sie Verwendung.

Das Betacam-Format konnte zunächst nur eine Aufnahmedauer von 35 Minuten bieten. Dann wurde es aufbereitet und mit dem Longplay-Modus versehen. Betacam galt solange als Marktführer, bis es von digitalen Kassetten abgelöst wurde.

Das Video8-Format gilt weltweit als DAS Videoformat. Es wurde im Jahr 1985 von den Firmen Sony und Polaroid entwickelt und war in der Filmwelt genauso populär wie die Hersteller selbst. Die Kassetten waren besonders klein und handlich. Mit einer Breite von 8mm war das Magnetband dafür ausgelegt, bis zu 60 Minuten aufnehmen zu können.

Die Konstruktion der kleinformatigen Video8-Kassetten war durch eine technische Umwandlung möglich gewesen. Man verzichtete auf Synchron- und Tonköpfe eine deutliche Platzersparnis. Ein weiterer Vorteil war die großartige Hi-Fi Tonqualität.

Zeitgleich produzierte Sony den Camcorder CCD-M85, der damals als der kleinste Camcorder der Welt tituliert wurde. Diese Entwicklung hatte allerdings auch ihre Nachteile. Wer Video8 nutzen wollte, brauchte nicht nur einen neuen Camcorder, sondern auch einen neuen Rekorder zum Abspielen.

Die Bezeichnung „Mini-DV“ steht für „Mini Digital Video“. Wie der Name vermuten lässt, erfolgen die Aufnahmen trotz Magnetband bereits in digitalisierter Form. Es handelt sich um die kleinste, serienmäßig produzierte Kassette, die sich jemals auf dem Markt etablieren konnte. Viele Hersteller haben das Format angeboten.

Die Qualität der Mini-DV-Bänder war herausragend – ein Grund dafür, warum sie sowohl im privaten als auch im professionellen Bereich so großen Anklang fanden. Zudem waren die Kassetten wesentlich günstiger als beispielsweise die VHS-C-Kassetten.

Der Longplay-Modus war auch beim Mini-DV erhältlich und steigerte die Aufnahmezeit um 50 Prozent, also von 60 auf 90 Minuten. Er war besonders dann interessant, wenn man Bandmaterial und Kosten sparen wollte. Die Aufzeichnungen wurden jedoch durch Longplay deutlich anfälliger für Bildstörungen und andere Filmbeschädigungen und hatten eine geringere Lebensdauer.